Good publisher, bad publisher?

Ich habe in letzter Zeit mehrmals über Wissenschaftsverlage und die mit ihnen verbundenen Probleme geschrieben. Im aktuellen Newsletter der European Society for Ecological Economics fand ich einen sehr interessanten Austausch zwischen Gaël Plumecocq und Clive Spash zu diesem Thema, den ich hier reposten möchte. Es geht dabei u. a. darum, ob alle Wissenschaftsverlage gleich „böse“ sind und ob Open Access die Lösung ist. Weiterlesen

Warum es OK ist, Sci-Hub zu nutzen (obwohl es illegal ist)

Zur wissenschaftlichen Arbeit gehört ganz wesentlich das Lesen. Da ärgert man sich schon des Öfteren, wenn ein relevant erscheinender Artikel sich hinter einer Paywall befindet. Jede wissenschaftliche Institution bietet über ihre Bibliothek Zugang zu verschiedenen Fachzeitschriften; der Zugang wird in der Regel in Paketen von großen Wissenschaftsverlagen gekauft. Diese Pakete decken aber nicht alle potenziell relevanten Zeitschriften ab. Wenn der uns interessierende Artikel in einer Zeitschrift erschien, zu der wir keinen Zugang haben, gibt es einige Optionen. Die schnellste, allerdings illegale ist Sci-Hub. Weiterlesen

The Art of the Reply

Früher war bekanntlich mehr Lametta. Und obwohl die in allen möglichen Kontexten vorkommenden Beschwerden, früher wäre alles besser gewesen, sich bei näherem Hinschauen und Überprüfung allzu oft als retrospektive Täuschung herausstellen – hin und wieder trifft die Feststellung doch zu. Zum Beispiel: früher wurden in ökonomischen Fachzeitschriften viel mehr Repliken veröffentlicht, als dies heutzutage der Fall ist. Weiterlesen

Hauptsache Nature oder Science!

Ende April 2017, ein hochprominentes Forschungsinstitut irgendwo in Mitteldeutschland. Eine Gruppe größtenteils erfahrener Wissenschaftler*innen, darunter ein paar Vertreter*innen der Naturwissenschaften, die meisten jedoch Sozialwissenschaftler*innen, trifft sich zu einem eintägigen Workshop. Ziel: gemeinsames Paper. Grobes Thema: eine bestimmte Schnittstelle zwischen Natur- und Sozialwissenschaften. Hintergrund: der Workshop soll helfen, eine neue Professur an dem hochprominenten Forschungsinstitut zu definieren. Aber eigentlich geht es darum – das wird recht bald ersichtlich -, um jeden Preis eine gemeinsame Publikation zu generieren. Möglichst hochrangig. Anvisiertes Ziel: Nature oder Science. Weiterlesen

Impact Factor bedeutet nichts!

Ich habe gerade den ultimativen, definitiven Beweis (it’s true, it’s great, believe me) gefunden, dass der Impact Factor (IF) einer Fachzeitschrift nichts darüber sagt, wie gut die in ihr veröffentlichten Artikel sind:

06.02.2016: desk rejection* meines Artikels Are diverse ecosystems more valuable? durch Land Economics (IF 1,365); Begründung: „We believe that the work does not offer sufficient advancement of conceptual or empirical insights to warrant publication in Land Economics.“

12.07.2016: desk rejection einer überarbeiteten Version desselben Artikels durch Ecological Economics (IF 3,227); Begründung: „We consider that its contribution to the literature is not enough to justify a publication.“

17.02.2017: Annahme einer erneut überarbeiteten Version desselben Artikels nach zwei peer-review-Runden durch Ecosystem Services (IF 4,307)

q.e.d.

*Ablehnung bereits durch den Editor, ohne einen Begutachtungsprozess

Marktmacht der Wissenschaftsverlage: Drei kurze Anekdoten

Bis zur Entfristung (üblicherweise: Professur) gilt für einen jeden Wissenschaftler das Credo: „Publish or perish!“ Dies führt zu mannigfaltigen Problemen. Zum einen wird dieses Prinzip oft sehr quantitativ interpretiert – je mehr, desto besser. Qualität ist schwer messbar und daher nebensächlich. Zum anderen bedeutet es, dass Wissenschaftsverlage in vielen Situationen am längeren Hebel sitzen – denn ohne sie geht das so wichtige Publizieren (bisher) kaum. Diese Marktmacht lässt sich sehr gut ausnutzen. Weiterlesen

(hier catchy Titel)

Eine meiner Schwächen sowohl als Blogger als auch als Wissenschaftler besteht darin, dass ich nicht besonders gut darin bin, mir für meine Beiträge/Publikationen gute, sexy Titel auszudenken. In meinem Forschungsfeld, der Ökologischen Ökonomik, gibt es einen, der darin unglaublich gut ist. Er heißt Clive Spash und ist ansonsten dafür bekannt, dass er ein sehr scharfter Kritiker von allem und jedem ist und sehr gern austeilt. Das ist oft anstrengend, denn obgleich ein durchaus brillianter Denker, schießt Spash häufig übers Ziel hinaus und seine Kritiken sind nur selten konstruktiv. Aber seine Titel machen dies gewissermaßen wett. Weiterlesen