Was kann einen Eigenwert haben?

Ich habe in meiner Arbeit recht viel zu tun mit Menschen, die allen möglichen natürlichen Entitäten einen Eigenwert zuweisen, die gern Naturschutz als Selbstzweck betreiben wollen. Wie bereits mehrfach angedeutet, bin ich derartigen Ansichten gegenüber recht skeptisch. Kürzlich wurde ich mit zwei besonderen Varianten des Physiozentrismus (sprich, der Überzeugung, dass nicht nur der Mensch einen intrinsischen, einen Eigenwert haben kann) konfrontiert, die mich stutzig gemacht haben – zum einen ging es darum, dass man Wildnis um ihrer selbst willen schützen sollte; zum anderen um den Schutz jeder noch so seltenen und ökologisch unbedeutenden Art. Beides erscheint mir mehr oder weniger absurd.

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Die Grenzen der Effizienz

Wenn es einen Begriff gibt, der die ökonomische Perspektive (zumindest im Sinne der Mainstream-Ökonomie) besonders gut zusammenfasst, dann ist es wohl „Effizienz“. Und genau dieses Konzept wird der Ökonomie oft zum Verhängnis, wenn ihr vorgeworfen wird, dass sie die Effizienz zum allein relevanten Kriterium privater wie öffentlichter Entscheidungen erhebe. Doch eigentlich beruht dieser Vorwurf auf einem Missverständnis, und zwar sowohl seitens der Kritiker als auch der Ökonomen selbst. Weiterlesen

Problematische Begriffe des Naturschutzes, Teil 2: „(ein)heimisch“

Vor einem knappen Jahr nahm ich an einer BfN-Tagung teil, die auf der wunderschönen Insel Vilm bei Rügen stattfand. In einem der Vorträge ging es um Einflüsse von Stadteffekten auf Kleinsäugergemeinschaften. In diesem ging es unter anderem darum, wie sich Mäuse wohl in der Nähe der „Neophyten“ Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) und Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica) fühlen. In der Diskussion, in der ich die dahingehende Interpretation der Ergebnisse anzweifelte, dass die Exoten sich negativ auf Mäuse auswirkten, konnte man den Eindruck gewinnen, dass das Ergebnis bereits vorher feststand und durch die Studie nur noch bestätigt werden sollte – und zwar, dass Neophyten, d. h. „nichtheimische“ Pflanzen, schlecht sind. Weiterlesen

Problematische Begriffe des Naturschutzes, Teil 1: „natürlich“

Viele Diskussionen kranken oft daran, dass die in ihnen prominenten Begriffe ungünstig gewählt sind. Das ist in Naturschutz-Debatten nicht anders. Zwei zentrale Begriffe halte ich für besonders kritisch: das eine ist „natürlich“, und um dieses soll es heute gehen. Anschließend werde ich mir einen anderen Begriff vorknüpfen, der mit „natürlich“ in vielerlei Hinsicht eng verwandt ist, aber sogar noch problematischer: „(ein)heimisch“. Weiterlesen