Ein paar Gedanken zum Aufstieg von AfD & Co.

Die US-Amerikaner haben Donald Trump, Frankreich die Front National, die Niederlande Geert Wilders, die Briten UKIP und Deutschland hat die AfD. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Letztere wurde gerade in Mecklenburg-Vorpommern bereits zum zweiten Mal dieses Jahr zweitstärkste Kraft in einem Landtag. Nun macht man sich ans Interpretieren – was hat der Aufstieg rechter Parteien/Bewegungen im Allgemeinen und der AfD im Besonderen zu bedeuten? Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Ich habe keine umfassende eigene Interpretation zu bieten, allerdings finde ich einige auf der linken Seite des politischen Spektrums aufkommende Stimmen mindestens befremdlich.

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Links reden, rechts handeln und soziale Dilemmata

Ich war kürzlich recht überrascht, als ich einen kurzen Text des Ökonomen Robert Shiller zur Flüchtlingskrise las, ohne mich aufregen zu müssen. Nun habe ich bei den Krautreportern einen epistolären Austausch zwischen dem Soziologen Armin Nassehi und dem Vertreter der Neuen Rechten Götz Kubitschek gelesen. Eine interessante Lektüre, obgleich ich wohl nie werde verstehen können, wie man darauf kommen kann, dass „Die Gruppenexistenz des „Wir“ im nationalen und damit auch ethnisch gebundenen Sinn […] unhintergehbar“ sei (Kubitschek). Aber dazu vielleicht ein andermal (bis dahin verweise ich auf das Buch Identity and Violence von Amartya Sen). Etwas Anderes fiel mir auf, es war ein Punkt, bei dem sich die Herren ausnahmsweise einig waren. Und der mich an ein altes ökonomisches Konzept erinnerte, das eine andere Interpretation des betreffenden Problems erlaubt. Weiterlesen

Meine sogenannte „Heimat“

Ich verbrachte mehr als die Hälfte meines bisherigen Lebens jenseits der Oder-Neiße-Grenze. In dem Land, in dem gerade eine Sichwahl zwischen Konservativ und Sehr Konservativ stattfand, aus der der neue Präsident Andrzej Duda hervorging. Da ich mit meiner tendentiell negativen Einstellung zu meiner „Heimat“ oft auf Verwunderung stoße und Schwierigkeiten habe, sie spontan zu begründen, nehme ich die Präsidentschaftswahl zum Anlass, mich mit dem Thema in Ruhe zu beschäftigen. Weiterlesen

Der Erziehungsberechtigten-Effekt

Das geht ganz langsam, Jan, das merkst du gar nicht, Stück für Stück. Irgendwann willst du auch die rostige Karre loswerden, willst ’n Auto haben, das zuverlässig ist, ’ne Klimaanlage hat, Garantie. Dann heiratest du, hast ’ne Familie, willst ihr was bieten, kaufst ’n Haus, dann haste Kinder, die müssen zur Schule gehen, Ausbildung, das kostet Geld. Sicherheit. Dann machst du Schulden ohne Ende, und um die Schulden abzuzahlen, musst du Karriere machen. Um Karriere machen zu können, musst du so denken wie die anderen, und irgendwann ertappst du dich dabei, dass du in der Wahlkabine stehst und dann… für die CDU das Kreuz machst.

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