Deontologie, Konsequentialismus und der Rassismus der AfD (& Co.)

Einmal wieder gab es einen terroristischen Anschlag in einer europäischen Stadt. Einmal wieder zeigten sich große Teile der Bevölkerung erstaunlich vernünftig. Einmal wieder wurde dennoch darüber hinweg gesehen, dass anderswo terroristische Anschläge viel häufiger stattfinden, dass nicht nur hierzulande Menschen von Fanatikern getötet werden. Und einmal wieder erdreisten sich die AfD, die CSU und ihresgleichen, einen Anschlag dazu zu nutzen, eine Schließung der Grenzen zu fordern. Begründet wird das wie üblich – „wir Europäer“ seien in Gefahr, diese Gefahr sei abzuwenden, und das sei am besten zu erreichen, indem man die Grenzen schließt oder zumindest den Zufluss von Flüchtlingen sehr stark reguliert… Doch eigentlich geht es um blanken Rassismus. Nicht mehr und nicht weniger. Weiterlesen

Advertisements

Ein paar Gedanken zum Aufstieg von AfD & Co.

Die US-Amerikaner haben Donald Trump, Frankreich die Front National, die Niederlande Geert Wilders, die Briten UKIP und Deutschland hat die AfD. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Letztere wurde gerade in Mecklenburg-Vorpommern bereits zum zweiten Mal dieses Jahr zweitstärkste Kraft in einem Landtag. Nun macht man sich ans Interpretieren – was hat der Aufstieg rechter Parteien/Bewegungen im Allgemeinen und der AfD im Besonderen zu bedeuten? Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Ich habe keine umfassende eigene Interpretation zu bieten, allerdings finde ich einige auf der linken Seite des politischen Spektrums aufkommende Stimmen mindestens befremdlich.

Weiterlesen

Schaffen wir das? von Thomas Fischer

Flüchtlinge, Migration etc. sind generell nicht wirklich das Thema dieses Blogs, auch wenn ich sie schon das eine oder andere Mal angeschnitten habe. Doch bin ich heute über einen Text gestolpert, der meine Gedanken zu der sog. „Flüchtlingskrise“ so gut widerspiegelt, dass ich es nur schade finde, ihn nicht selbst geschrieben zu haben. Die vom Autor verwendeten Argumente sind so treffend, wie Argumente nur sein können. Kurzum: Absolut lesenswert! Schaffen wir das? von Thomas Fischer.

P.S. Eine interessante Ergänzung zu Fischers Text bietet ein Interview mit Slavoj Žižek in der Süddeutschen.

Der Fluch des kleineren Übels oder Alles Leben ist Abwägen

Es gibt da eine Buchreihe, die außerhalb Polens eher wegen des auf ihr basierenden Computerspiels bekannt ist (sie wurde auch verfilmt, aber der Film ist grottenschlecht). Abgesehen davon, dass die Bücher der Reihe zu meinen absoluten Favoriten gehören, hat die Geschichte ein „psychologisches Leitmotiv“, an das ich mich in letzter Zeit immer wieder erinnern muss – das Prinzip des „kleineren Übels“. Die Hauptfigur weigert sich konsequent, in Konflikten, die sie eigentlich nicht betreffen, sich auf eine Seite zu stellen, muss aber immer wieder feststellen, dass dies nicht möglich ist – sie muss sich jeweils für das kleinere der beiden zur Verfügung stehenden Übel entscheiden, so sehr ihr das zuwider ist. Im Grunde ist die Entscheidung zwischen kleineren und größeren Übeln eine pessimistische Version des Grundprinzips der Ökonomik, das man, Karl Popper paraphrasierend, mit „Alles Leben ist Abwägen“ umschreiben könnte. Weiterlesen

Mein kleiner Beitrag zur deutschen Integrationsdebatte

In letzter Zeit kam die sog. Integrationsdebatte in Deutschland mal wieder hoch. Pegida sei dank(?). Doch diese so wichtige öffentliche Debatte hat schon immer eine wesentliche Schwachstelle: Integration wird sehr einseitig betrachtet, als „Aufgabe“ der Immigranten unter Zuhilfestellung des Staates. So einfach ist die Sache aber nicht. Integration ist kein unidirektionaler Prozess, sondern erfordert Anstrengungen bei allen beteiligten Akteuren. Weiterlesen