Die (begrenzte) Aussagekraft von Experimenten zum bedingungslosen Grundeinkommen

Die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) erfährt in der letzten Zeit einen Aufschub – nicht zuletzt wegen der geplanten oder bereits laufenden Experimente in Finnland, Kanada, Kenia oder Indien [weitere Beispiele bei Wikipedia]. Ich habe mich hier bereits als BGE-Skeptiker geoutet (und hier eine Alternative sehr grob skizziert); dennoch finde ich die Debatte fruchtbar, denn es geht um wichtige gesellschaftliche Herausforderungen wie technologischer Fortschritt oder Gerechtigkeit, die wir irgendwie angehen müssen – ob mit BGE oder nicht. Daher finde ich auch die betreffenden Experimente interessant – gleichwohl ist ihre Aussagekraft gleich aus mehreren Gründen sehr begrenzt. Weiterlesen

Wenn nicht bedingungsloses Grundeinkommen – was dann?

Ich habe vor einer Weile versucht zu begründen, warum ich von der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) nicht überzeugt bin. Meine Ablehnung dieser Idee bedeutet allerdings nicht, dass ich mit dem gesellschaftlich-politisch-ökonomischen Status Quo glücklich wäre. Die Frage ist also: wenn nicht BGE, was dann? Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, dass ich viele Fragen und nur wenige, eher halbgare Antworten habe. Weiterlesen

Nun sag, wie hast du’s mit dem bedingungslosen Grundeinkommen?

Wie ein Freund von mir kürzlich treffend beobachtet hat: selbst bei eigentlich tiefgründigen und klugen Analysen der Probleme heutiger Gesellschaft stößt man allzu häufig in dem jeweiligen Schlussfolgerungen-Kapitel auf die etwas plumpe Forderung, man solle ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen, dieses werde die Probleme schon richten (konkret meinte er den deutschen Soziologen Hartmut Rosa). Generell scheint das bedingungslose Grundeinkommen gerade ein vorher nicht gesehenes Popularitätshoch zu erleben, sogar Konzernmanager sprechen sich dafür aus. Doch ist bedingungsloses Grundeinkommen wirklich eine gute Lösung für irgendwas?

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Was haben BIP, PISA und h-Index gemeinsam?

Wir Menschen besitzen die erstaunliche Fähigkeit, uns das Leben schwerer zu machen, wenn wir versuchen, es uns einfacher zu machen. Was vor allem daran liegt, dass wir darin unschlagbar sind, Mühe, Komplexität und Reflexion auszuweichen. Das lässt sich alles evolutionstheoretisch ganz gut erklären – nichtsdestotrotz führt es gerade in unserer wahnsinnig komplex gewordenen Welt häufig zu Problemen. Ein interessantes Beispiel ist unser Umgang mit eigentlich nützlichen Messgrößen, die wir missbrauchen, weil sie so schön klar und deutlich sind. Weiterlesen

Bin ich schuld am polnischen Rechtsruck?

Das könnte man offensichtlich meinen. So scheint es jedenfalls eine Person zu sehen, die ich schätze (darum der Beitrag). Warum sollte ich an der polnischen politischen Misere (mit) schuld sein? Weil ich aus meinem Wahlrecht in Polen bewusst keinen Gebrauch mache. Die Frage, ob ich mir damit etwas zuschulden kommen lasse, ist allerdings komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag.

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Ein paar Gedanken zum Aufstieg von AfD & Co.

Die US-Amerikaner haben Donald Trump, Frankreich die Front National, die Niederlande Geert Wilders, die Briten UKIP und Deutschland hat die AfD. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Letztere wurde gerade in Mecklenburg-Vorpommern bereits zum zweiten Mal dieses Jahr zweitstärkste Kraft in einem Landtag. Nun macht man sich ans Interpretieren – was hat der Aufstieg rechter Parteien/Bewegungen im Allgemeinen und der AfD im Besonderen zu bedeuten? Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Ich habe keine umfassende eigene Interpretation zu bieten, allerdings finde ich einige auf der linken Seite des politischen Spektrums aufkommende Stimmen mindestens befremdlich.

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Wozu Schulen eigentlich da sein sollten [Off-topic]

Ich habe oft das Gefühl, dass die Rolle der Schulbildung in unserer Gesellschaft völlig missverstanden wird. Zumindest scheine ich darüber eine völlig andere Meinung zu haben, als die meisten Menschen, die auf die Gestalt der schulischen Bildung Einfluss haben. Wie dem auch sei, habe ich heute das Bedürfnis, ein paar random thoughts zu diesem Thema loszuwerden. So kann ich vielleicht das Chaos in meinem Kopf etwas strukturieren und irgendjemand findet vielleicht irgendwas zum Nachdenken anregendes in meinem Beitrag. Weiterlesen

Ein paar Gedanken über distributive Gerechtigkeit

Deklarativ finden die meisten Menschen Ungleichheit schlecht. Dies betrifft insbesondere Ungleichheit bezüglich Rechten und Freiheiten, aber durchaus auch die Ungleichheit von Vermögen und Einkommen (auf die ich mich heute konzentrieren werde). Vor Kurzem erst versuchte man in der Süddeutschen eine Debatte anzustoßen über Besteuerung im Dienste distributiver Gerechtigkeit – sei es mit Fokus auf Erbschafts- oder Vermögenssteuern. Auch ich habe einst ein paar Zeilen zum Thema geschrieben und möchte erneut die paar Gedanken teilen, die mir durch den Kopf schwirren.

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