Frauen in der Umweltökonomik

Dieses Jahr wurde zum zweiten Mal in der Geschichte des Nobel-Gedenkpreises für Wirtschaftswissenschaften ein fast-Umweltökonom ausgezeichnet. William Nordhaus ist ein sehr anerkannter Klimaökonom – gleichzeitig aber, und das ging in den vielen enthusiastischen Medienberichten unter, auch ein umstrittener, insbesondere wegen seiner Position zur sozialen Diskontierung sowie seiner klimapolitischen Empfehlungen (Stichwort climate policy ramp). Doch heute soll es mir nicht um Nordhaus’ Würdigkeit als Preisträger gehen (trotz der Kontroversen ist sie gewiss gegeben) – dazu siehe z. B. Frank Ackermans Buch Can We Afford the Future? Stattdessen möchte ich den Anlass nutzen, um mir die Gender-Balance in der Ökonomik bzw. speziell Umweltökonomik anzuschauen.

Weiterlesen

Advertisements

Das WissZeitVG muss weg

Kürzlich „verlor“ ich eine geschätzte Kollegin und Mentorin, die das UFZ gen Ruhrpott verlassen musste. Sie hatte dort eine Professur bekommen, was ja eigentlich gut ist – „freiwillig“ war der Weggang allerdings ursprüglich nicht. Ähnlich erging es vor zwei Jahren einem anderen Kollegen, dessen akademische Karriere gar zu Ende kam – er wechselte zu einem Verlag. Ebenfalls nicht wirklich „freiwillig“. Beide waren seit vielen Jahren engagierte, beliebte und erfolgreiche Wissenschaftler/innen am UFZ. An beider Weggang war das Wissenschaftszeitvertragsgesetz schuld.1 Weiterlesen

Mirowski und Open Science: mehr Schall und Rauch als alles andere?

Philip Mirowski ist vor allem für seine wissenschaftshistorische Kritik der neoklassischen Ökonomik bekannt, insbesondere in More Heat Than Light (schon lange auf meiner Leseliste…). Wenn so jemand einen kritischen Artikel über Open Science schreibt, horche ich naturgemäß auf. Doch stellt sich heraus, dass The future(s) of open science vor allem viel Schall und Rauch ist, ein „old man’s rant“ über bösen Neoliberalismus, der hinter jeder Ecke hervorlugt. Dabei enthält Mirowskis Text durchaus interessante Erkenntnisse – geht aber gleichzeitig sehr selektiv und einseitig mit Open Science um. Weiterlesen

Wie Elsevier meine Publons-Statistik kaputt macht

Vor einer Weile beschlossen deutsche Hochschulen und Forschungsinstitutionen, dass es nicht angeht, dass Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung sich hinter Paywalls verstecken; sowie dass gegen die Marktmacht der großen Wissenschaftsverlage (allen voran Elsevier) irgendwas getan werden muss. Also wurde DEAL gegründet: ein Verbund deutscher Wissenschaftsorganisationen, der in Verhandlungen mit den drei Großverlagen Elsevier, Springer Nature und Wiley getreten ist, um einheitliche, faire Bedingungen für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zu erreichen. Während Spinger und Wiley sich sofort kooperativ zeigten, sperrt Elsevier, der größte und berüchtigste Wissenschaftsverlag der Welt, sich konsequent.

Weiterlesen

Vom ökonomischen Wert der Biodiversität zu deliberativen Bewertungsmethoden

Doktorarbeiten sind ein seltsames Ding – während der Promotion wird man häufig von Zweifeln geplagt, ob das, woran man da arbeitet, wirklich relevant/innovativ/etc. ist. Man tendiert also dazu, die Bedeutung der eigenen Arbeit zu unterschätzen. Dann ist die Arbeit fertig, man verteidigt sie und befindet sich kurzzeitig im siebten Himmel – endlich ist es geschafft! Nach relativ kurzer Zeit weicht die Euphorie allerdings und man zweifelt wieder, ja man schämt sich womöglich dafür, was man da „zusammengebraut“ hat. Oder zumindest ging es mir und einigen meiner Kolleg*innen so. Lange habe ich mich gefragt, ob und was eigentlich an meiner Dissertation besonders war. Um dann festzustellen, dass ich sie einfach falsch betrachtet habe. Weiterlesen

Publikationsdruck und die Qualität der Forschung

In den meisten Ländern ist die letzte Stufe der formalen akademischen Qualifikation die Promotion. Deutschland gehört zu der Handvoll Länder, in denen es nach dem Doktor weitergeht – erst mit einer Habilitation hat man keine Möglichkeit mehr, einen höheren akademischen Grad zu erreichen. Kürzlich hatte ich zwei aufschlussreiche Gespräche bezüglich meiner eigenen Pläne, in näherer Zukunft zu habilitieren. Beide führten mir ein Problem vor Augen, unter dem das heutige Wissenschaftssystem leidet – den Überhand nehmenden Publikationsdruck, dem vor allem Nachwuchswissenschaftler*innen unterliegen. Weiterlesen

Die „Logik“ von Elsevier

Elsevier ist nicht gerade populär. Dieser größte aller Wissenschaftsverlage (ca. 3500 Fachzeitschriften) besitzt eine beispiellose Monopolstellung und gilt im Vergleich zu den anderen Großverlagen (Springer, Wiley…) als besonders „schwierig“ (siehe z. B. hier). Gerade befindet er sich in zähen Verhandlungen mit dem deutschen DEAL-Konsortium, bei denen es u. a. um faire Preise und Open Access geht (aktuelle Meldung bei Nature). Ein häufiger Kritikpunkt ist die zunehmend schlechte Qualität der Leistungen, für die Elsevier dann so horrende Preise fordert. Ein Beispiel dafür ist die „Logik“, nach der Elsevier Ausgaben von Zeitschriften zusammenstellt. Weiterlesen

Agrar- und Umweltökonomen aller Länder, vereinigt euch! Teil 2

Vor Kurzem habe ich einen zweiteiligen Beitrag veröffentlicht (Teil 1A, 1B), dessen Kernbotschaft war: Interaktionen zwischen Agrar- und Umweltökonomik sind zwar vorhanden, aber ausbaufähig. Nun möchte ich etwas ausführlicher begründen, warum mehr Austausch zwischen diesen beiden ökonomischen Subdisziplinen sinnvoll und für beide Seiten von Vorteil wäre. Weiterlesen