Wie viel Egoismus darf sein?

Ich lese gerade eine Sammlung von Texten über den Utilitarismus (diese hier, um genau zu sein), die mich vor eine erstaunlich alltagsrelevante Frage gestellt hat, auf die ich keine Antwort weiß.

Utilitaristen, zumindest die, die in dem Buch zu Wort kommen (Richard Hare, John Harsanyi und James Mirrlees), sind der Meinung, dass moralisches Handeln voraussetzt, dass man die Interessen aller von seinen Handlungen Betroffener als gleichwertig behandelt, seine eigenen eingeschlossen. Es ist eine Idee ähnlich den Prinzipien des Rawls’schen Schleiers des Unwissens oder des Smith’schen impartial spectator: um moralisch zu handeln, muss man „vergessen“, welche Interessen man in der betreffenden Situation konkret hat und alle potentiellen oder tatsächlichen Interessen aller Beteiligten in Betracht ziehen, ohne zwischen ihnen zu diskriminieren.

Nun gibt es aber Kritiker dieser Idee. Bernard Williams bspw., seines Zeichens ein einflussreicher Moralphilosoph, kritisierte den Utilitarismus genau wegen dieser seiner Meinung nach mangelnden Beachtung der eigenen Interessen des Individuums – es sei absurd viel verlangt, jeglichen Egoismus zu vermeiden, nur um sich nicht unmoralischen Handelns schuldig zu machen. In einem anderen Buch, das ich kürzlich gelesen habe, Primates and Philosophers des Primatenforschers Frans de Waal, argumentiert dieser in eine ähnliche Richtung, wenn auch aus einer völlig anderen Perspektive – da er den Ursprung der Moral in der Evolution sucht, ist es für ihn nur selbstverständlich und moralisch vertretbar, dass man zuerst sich selbst, dann in Abstufungen seinen Verwandten, Freunden etc. einen höheren moralischen „Rang“ zuspricht als Fremden.

Nun stellt sich mir die Frage: welche Seite der Debatte hat nun Recht? Und dies ist keine rein „akademische“ Frage. In meinem alltäglichen Leben habe ich die Tendenz, egoistisch zu handeln und mich darin in einem bestimmten Maße berechtigt zu fühlen. Ich bin aber nicht sicher, ob es dafür tatsächlich eine Rechtfertigung gibt. Man könnte natürlich das Argument anbringen, dass man seine eigenen Interessen und die seiner Nächsten in aller Regel besser kennt, sodass dies Grund genug wäre, sie bei moralischen Entscheidungen stärker zu gewichten. Ich denke, dieses Argument ist zwar einleuchtend, hat aber mit der Frage, die ich mir hier stelle, nicht direkt etwas zu tun. Denn mir geht es darum, ob es jenseits von „Informationsdefiziten“ eine Rechtfertigung gibt, individuellen oder auch Gruppen-Egoismus zu pflegen. Darf ich meine Interessen stärker gewichten als die aller Anderen, nur weil ich ich bin?

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13 Gedanken zu “Wie viel Egoismus darf sein?

  1. Grundsätzlich hat keine der beiden Seiten in so einer Debatte recht. Das nur vorweg. Das liegt nicht nur daran, dass seit Jahrhunderten sich die klügsten Menschen über derlei Fragen den Kopf zerbrachen, sondern auch daran, dass die Gegenüberstellung nicht ganz korrekt ist.
    Zunächst sind Konstruktionen wie der vail of ignorance oder der inpartial spectator der Versuch moralische Prinzipien durch Vernunftgebrauch interessenunabhängig zu postulieren. Utilitarismus oder kategorische Imperativ können das Ergebnis solcher moralischen Prinzipien mit einem Allgemeingültigkeitsanspruch sein. Aber weder das eine noch das andere verbieten egoistische Handlungen, soweit man Egoismus im ursprünglichen Sinne der Eigennützlichkeit versteht, und sie stehen auch nicht im Widerspruch dazu. Schließlich liegen allgemeingültigen Prinzipien (mit Einschränkung einiger kruder Utilitarismus-Auslegungen) auch das Kalkül zugrunde, dass wenn ich in einer bestimmten Situation rücksichtsvoll handele, auch mir in einer solchen Situation Rücksicht widerfahren wird, wenn sich alle an dieses allgemeingültige Prinzip halten.

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    • Da halte ich es mit Richard Rorty- ich zitiere:

      „Warum soll ich mich um einen Fremden kümmern, um jemanden, mit dem ich nicht vewandt bin und dessen Gewohnheiten mich abstoßen?“ Die herkömmliche Antwort auf diese Frage lautet: „Weil Verwandschaft und Gebräuche moralisch belanglos sind – hinsichtlich der Pflichten, die uns durch Anerkennung der Zugehörigkeit zur selben Spezies auferlegt sind“. Diese Antwort hat noch nie sonderlich überzeugend gewirkt … [wegen Anfälligkeit für Nietzsches Gegenargument „Moral ist doch nur ein Sklavenaufstand“] Eine bessere Antwort gibt man, indem man eine jener langen, rührseligen Geschichten erzählt … Geschichten, die uns dazu bewogen, die Machtlosen zu dulden uns sogar ins Herz zu schließen: Leute, deren Erscheinung und Gewohnheiten zunächst wie ein Verstoß gegen unsere moralische Identität wirkten ….
      Wer wie Platon und Kant glaubt, es gebe eine philosophisch bestimmbare Wahrheit in Bezug auf das Wesen des Menschen wird das gute Werk für unvollendet halten, solange wir keine Antwort gegeben haben auf die Frage. „Schon recht, aber habe ich der anderen Person gegenüber eine moralische Pflicht?“ Für Leute wie Hume und Baier ist es ein Zeichen geistiger Unreife, diese Frage zu stellen. …

      Will heißen: der Anspruch „moralisch gut nur bei globaloptimierter Handlung (egal ob konsequentialistisch oder deontologisch)“ ist zurückzuweisen. Das bedeutet aber nicht, dass es nun „ok“ ist, nur auf sich selbst zu schauen – dahin möchte man Nietzsche ja wohl nicht folgen. Nur die Begründung, warum der Kreis der „moralisch relevanten“ Menschen so weit, wie es einem eben möglich ist, gezogen werden sollte, liegt nicht irgendeinem ahistorischen Prinzip, sondern in Mitgefühl.

      In diesem Sinne: Deutschland sei kein Arschloch 🙂

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      • Das klingt ziemlich nach Sentimentalismus, dem gegenüber ich eher skeptisch bin (by the way: der zitierte de Waal ist ein Sentimentalist, genauso wie seine Vorbilder Hume und Smith). Der bedeutet nämlich, dass die Grundlage der Moral letztendlich irgendeine Art „moralischer Intuition“ ist, der ich zwar nicht jegliche Gültigkeit absprechen möchte. Aber vertraut man nur ihr, stößt man sehr schnell auf Probleme, vom lürkenden Kulturrelativismus zum generelleren Problem, dass moralische Intuitionen räumlich und über die Zeit variieren. Daher halte ich ahistorische, vernunftbasierte Prinzipien für unumgänglich. Womit wir wieder am Ausgangspunkt wären, d. h. bei der Frage, ob ich meinen eigenen Interessen mehr Gewicht beimessen darf als denen anderer Menschen. Dass ich ihre Interessen, sofern sie betroffen sind, mit einbeziehen sollte, ist klar. Aber wie stark? Sollen die „Gewichtungsfaktoren“ für alle Beteiligten (mich eingeschlossen) gleich sein oder darf meiner etwas höher sein? Und falls Letzteres, wieso darf er das?

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    • @Magnus: Es geht nicht darum, ob Egoismus sein darf oder nicht, sondern wie viel davon sein darf. Mir ist klar, dass ich das Recht habe, meine eigenen Interessen zu verfolgen. Was ich aber nicht weiß, ist, ob es moralisch gerechtfertigt ist, meine Interessen vor die anderer Menschen zu stellen – nur weil es meine sind und ich ich bin.

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      • @zielongrzyb: du glaubst an „ahistorische, vernunftbasierte Prinzipien“, während „moralische Intuitionen räumlich und über die Zeit variieren“. Ich halte die Annahme einer ahistorischen Vernunft für doch sehr fragwürdig. Wo käme diese nicht räumlich oder zeitlich verankerte Vernunft denn her?

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        • Ich gebe dir insofern recht, als auch Vernungt nicht völlig ahistorisch sein kann. Dennoch, was wir unter Vernunft verstehen, unterscheidet sich heutzutage nicht allzu stark davon, was Platon und Aristoteles darunter verstanden. Würde ich mal so behaupten 😉 Moralische Intuitionen erscheinen mir deutlich labiler über die Zeit und auch deutlich variabler in der räumlichen Betrachtung. Daher würde ich es bevorzugen, meine Ethik auf das Fundament dieser relativ stabilen und vor allem „objektiveren“ (und damit diskutierbaren) Vernunft stellen, ohne jedoch moralischen Intuitionen völlig die Relevanz abzusprechen (siehe hier). Dafür schätze ich Hume und Smith doch zu sehr. Sentimentalismus gern, aber bitte in Maßen.

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  2. Drei Gedanken von meiner Seite:

    1) Die entscheidende Frage ist meines Erachtens nicht, ob man egoistisch handeln darf, sondern wann. Auf vollkommenen Märkten dient ja angeblich egoistisches Handeln auch der Allgemeinheit. Auch die Demokratie ist so gebaut, dass der Volkswille dann am besten repräsentiert ist, wenn jeder tatsächlich seinen individuellen („egoistischen“) Willen an der Wahlurne zum Ausdruck bringt (soziale Dilemmata mal außen vor gelassen, darum haben sich Politiker mit freiem Mandat zu kümmern). Auf freien Märkten und im demokratischen Prozess steht Egoismus also nicht im Widerspruch zu moralischem Handeln. (Wie heißt es: Wenn jeder an sich denkt, ist doch an alle gedacht).

    2) Die Kategorie „Moral“ verweist hier auf die Interessen anderer Personen. Diese Personen berücksichtigen ihre Interessen in aller Regel selbst, so dass sie ohnehin nicht „hinten runterfallen“, auch wenn du sie nicht beachtest. In Kontexten, in denen andere ihre Interessen nicht selbst ausreichend wahrnehmen können, ist also das eigentliche Problem nicht, dass du egoistisch handelst, sondern dass sie es nicht gleichzeitig können, da hierdurch die Konsequenzen deines Egoismus „entgrenzt“ werden (nicht mehr durch die egoistischen Handlungen der anderen begrenzt sind). Das wiederum heißt, du brauchst dir keine Gedanken um die Interessen anderer machen, wohl aber darum, ob diese ausreichend „von sich aus“ zur Geltung kommen. Also: Verfahrensgerechtigkeit statt Ergebnisgerechtigkeit. Das reduziert auch das Informationsproblem erheblich, da man die Interessen der anderen nicht mehr zu kennen braucht, um ihre Berücksichtigung zu gewährleisten.

    3) Ein problematischer Aspekt der Ausgangsfrage ist der Begriff „Moral“. Moralisches Handeln verstanden als Handeln im Sinne der (zuallererst sicherlich Verteilungs-) Interessen Aller ist logisch unmöglich (Condorcet-Paradoxon). Moralisches Handeln im Sinne der jeweils herrschenden gesellschaftlichen Moral lässt wiederum den Widerspruch zum Egoismus zu einem Scheinwiderspruch werden. Zum einen ist deine individuelle Moral in gewisser Weise Ausdruck der gesellschaftlichen Moral, womit diese dein egoistisches Handeln „automatisch“ begrenzt. Du handelst ja nur dann egoistisch, wenn es dir deine Moral (also die gesellschaftliche Moral, also die Interessen aller) nicht verbietet. Vorausgesetzt natürlich, du bist überhaupt moralisch (soll ja so Leute geben…). Zum anderen ist in unserer individualistischen Gesellschaft „Egoismus“ Teil der öffentlichen Moral wenn man so will – es ist moralisch (= es entspricht den geltenden Normen), vorrangig bzw. ausschließlich nach seinen eigenen Interessen zu handeln, da die egoistische Gesellschaft mit erheblichen individuellen Freiheiten einhergeht, welche die Gesellschaft sehr schätzt. Unsere Gesellschaft ist in vielen Belangen so konstruiert (Markt, Politik), dass egoistisches Handeln (möglichst) keinen Schaden anrichtet. Grenzfälle bzw. Unvollkommenheiten bleiben natürlich, die wird man sich im Detail ansehen müssen (bzw. über die müsste ich nochmal gesondert nachdenken).

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    • Ich glaube, ich muss anfangen, mit Beispielen zu arbeiten, sonst wird das hier nichts;-) Aber erstmal zu deinen 3 Punkten:

      zu 1: Natürlich. Diese Frage habe ich auch gestellt. Ich frage nicht, ob man egoistisch sein darf, sondern wie sehr. Da es freie Märkte nicht gibt, sind die von dir implizit angebrachten Ergebnisse der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie irrelevant hier. Ob Demokratie wirklich darauf baut, dass wir egoistisch handeln, bezweifle ich. Und letzten Endes ging es mir eher um das triviale Alltagsleben, nicht um große gesellschaftliche Fragen.

      zu 2: Es ist ja alles schön und gut, wenn andere Personen ihre Interessen selbst beachten. Es gibt aber kaum Handlungen, die keine Auswirkungen auf andere Personen haben, und da wird es interessant. Dass ich nicht grundsätzlich verpflichtet bin, auf die Erfüllung der Interessen Anderer hinzuarbeiten, ist trivial, schon weil es auf Paternalismus hinauslaufen würde. Nein, mir geht es um Konflikte zwischen meinen eigenen Interessen und denen Anderer, die aus meinen Handlungen/Handlungsoptionen resultieren.

      zu 3: Das Condorcet-Paradoxon (und das auf ihm aufbauende Arrow-Unmöglichkeitstheorem) sagt nichts über die Unmöglichkeit des Handelns im Sinne aller, sondern postuliert „lediglich“ die Unzulänglichkeit einer bestimmten kollektiven Entscheidungsregel (Mehrheitsentscheidungen). Außerdem ist nicht mal das Arrow-Theorem unumstößlich, es wurde wiederholt gezeigt, dass unter Lockerung bestimmter Annahmen (interpersonelle Vergleichbarkeit von Nutzen, inkomplette Präferenz-Ordnungen etc.) keine Unmöglichkeit mehr besteht.

      Mir ist die „herrschende gesellschaftliche Moral“ egal. Dazu fehlt es mir leider an Konformismus. Womit wir wieder am Ausgangspunkt wären: meine Frage ist, ob ich, wenn ich vor einer Entscheidung stehe, meine Interessen stärker gewichten darf als die Interessen Anderer, die von meiner Entscheidung ebenfalls betroffen wären, und zwar in negativer Weise. Muss ich, wie die zitierten Utilitaristen meinen, idealerweise so abwägen, als ob ich meine Interessen und die Interessen der Anderen genau gleich gewichten würde? Oder darf ich sagen, dass meine Interessen in meiner Entscheidung mehr „wiegen“ dürfen, auf Kosten Anderer?

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    • Nochmal zu Verfahrensgerechtigkeit vs. Ergebnisgerechtigkeit. Generell bin ich eher „Anhänger“ der Ersteren (obwohl ich Amartya Sen zustimmen würde, dass gerechte Institutionen nicht alles sind und Ergebnisse ebenfalls moralisch relevant sind), doch hier geht es mir primär um individuelle Moral, nicht um die gesellschaftliche Ebene. Wegen der häufigeren Interaktionen und besserer Informationsgrundlage (die sozusagen interpersonelle Nutzenvergleiche zulässt) sehe ich da durchaus Relevanz für Ergebnisorientierung. Und daher sehe ich meine Frage immer noch ungelöst: darf ich meinen eigenen egoistischen Interessen mehr Gewicht verleihen als den Interessen derer, die von meinen Entscheidungen betroffen sind?

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  3. 1) na klar „muss“ man im prinzip immer moralisch handeln. aber es sind megaEnge grenzen gesetzt, v.a.: soziale dilemmata ( 🙂 jaja) und wissensdefizite. zuletzterem: ich weiß meistens nicht, ob ich mit einer alternative in die interessen eines anderen fahre. das geht bei der eigenen mittagsgrupps los, erst recht bei der anderen, erst recht bezügl. dem reissackwiederaufsteller in china im 22. Jhdt. Deswegen sollen ja institutionen die individualmoral entlasten. also: der veil of ignorance betrifft nicht in erster linie interessen sondern informationen und ist kein normativer, sondern ein faktischer. „wissendefizite“ übrigens einschließlich kognitionszeit. dann bräuchte man pro entscheidung eine woche, und auch dann würde man abschneiden. aufpassen muss man, wenn (auch: falls!) man weiß, dass die institutionen nicht funktionieren. hier muss man (zeitweise) der sache mehr aufmerksamkeit schenken und (zeitweise) shell oder nike boykottieren usw.

    2) @305guy: also, in der gesellschaft richtet egoismus ja nicht nur keinen schaden an, sondern ist produktiv (wettbewerb-blabla). nicht so sicher bin ich in der demokratie. da hab ich kein gutes gefühl bei der ich-wähl-je-nachdem-was-für-mich-rauskommt-und-deswegen-gibts-erstmal-höhere-renten-strategie. die wahl ist die seltene chance, strukturellen einfluss auf die gesellschaft zu nehmen; im besten fall langfristig genug, um seine eigenen interessen nicht zu kennen. andernfalls würde ich irgendwie moral beim kreuzchen erwarten. (sorry, etwas hemdsärmlich, aber ich verweise auf die konsument-bürger-dichotomie im werk meines büroKollegen)

    3) interessanter als das moralische handeln ist mE die moralischeKommunikation. also: selbst wenn man sich für moralisch(er) hält, bestehen genau die gleichen grenzen (zB die ich-nehm-keine-pappbecher-fliege-aber-nach-asien-hoppla-ist-das-viel-sprit-avantgarde); dann kommt halt nur die diskrepanz dazu. kann das vielleicht schaden anrichten? keine ahnung.

    ansonsten: problem gelöst, tadaa! 😉

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    • zu 1: Ich dachte, ich hätte klar gemacht, dass ich von Wissensdefiziten absehe. Dass diese oft wichtig, ja entscheidend sind, das will ich keineswegs bestreiten. Aber manchmal gibt es eben keine Institutionen, auf die man sich berufen könnte, gerade im alltäglichen Privatleben.

      zu 2: Für alle, die nicht wissen, worin die Konsument-Bürger-Dichotomie besteht, hier eine kurze Zusammenfassung: selbst wenn man der Meinung ist, dass Benzin aus gesellschaftlicher Sicht wesentlich teurer sein sollte, so fährt man doch dorthin zum Tanken, wo es am billigsten ist. Stichwort soziale Dilemmata. Ich habe diese Sicht mal als schizophren kritisiert, aber inzwischen bin ich der Meinung, dass ich mit ihr ein bisschen zu hart ins Gericht ging.

      zu 3: I have no idea what you are talking about 😉

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  4. Da du dir die Frage für den Alltag, für die Realität stellst, würde ich schon allein von idealtypischen Problemlösungen absehen. Es ist eine Frage deines Menschenbildes, der egoistische Mensch vs. altruistischer Mensch. In der Realität trifft man doch eher selten den reinen Egoisten oder den reinen Altruisten, Mischformen sind hier angesagt.

    Natürlich wäre es schön, wenn jeder die Interessen aller genau gleich gewichten würde und so könnte vielleicht ein utopischer Zustand der Nutzenmaximierung erreicht werden. Aber sind wir doch ehrlich zu uns selbst, es gibt sehr oft das Problem der ungleichen Verteilung von Macht. Unsere Gesellschaftsordnung geht sogar davon aus, dass Menschen mit Macht diese auch irgendwann missbrauchen werden und das geschieht in der Regel nicht zum Vorteil Aller.

    So bleibt deine Frage höchstindividuell, du möchtest sie auf den Alltag bezogen haben. Insofern würde ich sagen, dass deine Interesse mehr wiegen können. Aber es gibt natürlich Grenzen. Und manchmal ist Altruismus auch nur ein verdeckter Egoismus.

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